Kommunikation
als symbolisch vermittelte
Interaktion


Ein Symbol ist eine bestimmte Möglichkeit des Gebrauchs medialer Ausdrucksformen wie auch eine bestimmte Art von Zeichen. Der Kommunikationsprozess ist ein Zeichenprozess. Ein Zeichen ist eine materielle Erscheinung, der eine Bedeutung zugeordnet (worden) ist. Indem es etwas bedeutet, verweist es auf etwas.

Natürliche Zeichen: Materielle Erscheinungen, die  für das Objekt/den Vorgang/den Zustand, auf den/das sie verweisen, selbst kennzeichnend sind.

Künstliche Zeichen: Materielle Erscheinungen, die zum Zweck der Kommunikation als konventionelle Zeichen entstanden sind. Zeichen können in einer Signal-Funktion und in einer Symbol-Funktion auftreten.

Als Signal tritt ein Zeichen auf, wenn seine Funktion in der unmittelbaren Einwirkung auf das Verhalten anderer Lebewesen besteht. Signale sind Zeichen zu etwas. Als Symbol tritt ein Zeichen auf, wenn es etwas repräsentiert, wenn es eine Vertretungs-Funktion erfüllt.

Als was ein Zeichen fungiert hängt von seinem Gebrauch ab. Der Mensch ist in der Lage, auf Zeichen bzw. die damit vermittelten Bedeutungen nicht bloß zu reagieren, sondern diese (Bedeutungen) auch zu verstehen. Auf dem Umweg über Symbole können Menschen über Objekte verfügen, ohne dass diese im jeweiligen Augenblick auch tatsächlich präsent sind. Der Mensch kann via Symbolbildung auch abstrakte Vorstellungen in sein Bewusstsein rufen.

Der Umstand wie ein Zeichen zu seiner Bedeutung gelangt entscheidet vor allem darüber, welche Gedanken, Vorstellungen, Gefühle usw. bei dessen Gebrauch im Bewusstsein aktualisiert werden. Symbole sind für bestimmte Menschen mehr als bloß Zeichen, die für etwas Bestimmtes stehen: Sie besitzen für bestimmte Menschen einen zusätzlichen Inhalt. Die Bedeutung eines Symbols ist immer vom raum-zeitlichen Kontext (mit-)bestimmt. Ein und dasselbe Objekt kann für verschiedene Individuen durchaus unterschiedliche Bedeutung besitzen. Es gibt kein Ding an sich, sondern jeweils ein Ding für mich.

Ein Zeichen, das als Symbol fungiert, symbolisiert immer eine subjektiv erfahrene Wirklichkeit, die für verschiedene Menschen nicht unbedingt die gleiche sein muss. Wenn Menschen im Prozess der kommunikativen Interaktion im Hinblick aufeinander handeln, dann wollen sie Bedeutungen miteinander teilen. Menschliche Kommunikation setzt einen Vorrat an Zeichen voraus, welche für die jeweiligen Kommunikationspartner dieselben Objekte symbolisieren.

Ein signifikantes Symbol ist demnach ein Zeichen, das eine dahinter stehende Idee ausdrückt und diese Idee auch beim Kommunikationspartner auslöst. Diverse Sozialisationsmechanismen und -instanzen sorgen für weitreichende Ähnlichkeiten in der Erfahrungs- und Denkwelt. Doch einzelne Menschen bilden und entwickeln ihre Symbole aus ihrem ganz persönlichen, subjektiven Erlebnis- und Erfahrungszusammenhang heraus.

So kommt es, dass verschiedene Erlebnisdimensionen derselben Realität existieren. Je unähnlicher der Erfahrungsbereich der jeweiligen Menschen ist, desto unähnlicher werden auch die jeweils aktualisierbaren Erlebnisdimensionen sein (und umgekehrt). Aus der Erlebnisdimension mit einem Gegenstand verfestigt sich die Bedeutung ebendieses Gegenstandes.

Zwei Kommunikationspartner treten durch ihr wechselseitig aufeinander gerichtetes kommunikatives Handeln über Symbole vermittelt zueinander in Beziehung. Sie verwenden ein ihnen gemeinsam zur Verfügung stehendes Medium dazu, um mit Hilfe produzierter Ausdrucksformen bestimmte Bedeutungen miteinander zu teilen. Selbst ein identischer Zeichen- bzw. Symbolvorrat kann aber bei verschiedenen Menschen auf Grund der verschiedenen persönlichen Erfahrungsbereiche nur einen ähnlichen Bedeutungsvorrat auslösen. Es gibt auch für signifikante Symbole eine Grauzone von Vorstellungsinhalten, die von den jeweiligen Kommunikationspartnern nicht miteinander geteilt werden.

>Kommunikator und Rezipient

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